Cartagena am Ostersonntag

Unser zweites Ziel in Spanien war Cartagena. Die Organisation und der Ablauf des Ausflugs klappten wie immer reibungslos. Früh schon saßen wir im Bus und wurden nach La Manga gefahren. Auf dem Weg dorthin kamen wir an ausgedehnten Obst- und Gemüseanbauflächen vorbei. Orangen, Zitronen und Melonen waren die Schwerpunkte. Da Cartagena relativ wasserarm ist, wurde und wird die Bewässerung schon immer mit Tiefenwasser gemacht. Die zahllosen durch Windmühlen angetriebenen Pumpen zeugen davon. In La Manga fiel uns zunächst auf, dass es dort zahlreiche kleine Appartements gibt, die fast alle unbewohnt schienen. Unser Guide erklärte uns, dass das Ferienwohnungen von spanischen Familien seien, die ca. 80% der Touristen in La Manga ausmachen. Vom Leuchtturm in La Manga aus hatten wir einen guten Überblick über die Region und die vorgelagerten Inseln.

Das Mar Menor ist eine Salzwasserlagune, die durch das La Manga (übersetzt: „Der Ärmel“), vom Meer abgetrennt ist. Innerhalb der Lagune ist der Salzgehalt deutlich höher als im Mittelmeer, die Wassertiefe ist in weiten Teilen der Lagune nur 2m. Dadurch ist sie besonders bei spanischen Familien mit Kindern sehr beliebt. Bei einem weiteren Stop konnten wir einen kleinen Spaziergang am Strand des Mar Menor machen.

Auf dem Weg zurück nach Cartagena konnten wir die Spuren des intensiven Silber- und Zinkbergbaus sehen, der Cartagena einst reich gemacht hat. In der Innenstadt selbst besuchten wir noch das römische Theater, das erst 1987 entdeckt wurde. In Cartagena wurde zwar seit Hunderten von Jahren überliefert, dass es ein römisches Theater gab, aber niemand wusste, wo es lag. Entdeckt wurde es erst, als ein altes Fischerviertel abgerissen werden sollte. Man stellte fest, dass nach dem Weggang der Römer zunächst der Platz mit den vorhandenen Steinen befestigt wurde, um einen Marktplatz zu schaffen und viele der Steine auch zum Bau der Häuser in der Umgebung verwendet wurden. Die Archäologen gruben das Theater aus und brachten es in einen hervorragend restaurierten Zustand. So ist es heute möglich, die Geschichte des Theaters in allen seinen Phasen nachzuvollziehen.

Zum Schluss unserer Tour stand uns noch ein besonderes Highlight bevor: Einer der in ganz Spanier berühmten Osterumzüge, der ein ANziehungspunkt für Menschen im ganzen Land ist. Schon lange vor dem Umzug wird der Zugweg mit Stühlen bestückt und Tickets dafür verkauft, die Menschen sitzen stundenlang dort und warten auf das Ereignis, das zugegebenermaßen sehr spektakulär ist.

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